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Browser kann kein SVG anzeigen. 25 Okt

Sozialdemokratinnen fordern Frau an der Spitze des Bundestages

In der SPD fordern viele eine Frau für das Spitzenamt im Parlament. Würde sich ein Mann durchsetzen, wäre keiner der fünf höchsten Posten im Land mit einer Frau besetzt.

Sozialdemokratinnen fordern Frau an der Spitze des Bundestages, Zeit Online

SPD-Frauen für Bundestagschefin – „Ein Posten für eine Frau ist das mindeste“, ZDF heute

Browser kann kein SVG anzeigen. 22 Apr

Zur Kommunalstudie Brandenburg: Es fehlt die geschlechtersensible Perspektive

Am 4. April wurde die “Kommunalstudie Brandenburg” durch das Ministerium des Innern und für Kommunales vorgestellt: jede dritte befragte Person mit einem kommunalpolitischen Amt oder Mandat wurde bereits mindestens einmal Opfer eines Angriffs in Form einer Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung oder körperlicher Gewalt. Erschreckend dabei ist, dass laut der Studie fast 44 Prozent der Angriffe aus dem kommunalpolitischen Raum selbst stammen. Die daraus resultierenden emotionalen und psychischen Folgen halten bei den Betroffenen häufig lange nach und fallen umso stärker aus, wenn die Täter:innen aus dem eigenen, bekannten politischen Umfeld kommen.  

Die Studie bestätigt die bereits mehrfach in der Forschung belegte Erkenntnis, dass kommunalpolitisch aktive Frauen vor allem Diskriminierungen aufgrund ihres Geschlechts erfahren: Es handelt sich dabei um sexualisierte Anfeindungen, Beleidigungen, Drohungen und Gewaltphantasien. Jedoch greift die analytische Auseinandersetzung mit sexualisierten Gewalterfahrungen, von denen ausschließlich Frauen betroffen sind, zu kurz, wenn sie auf die individuelle Opferperspektive beschränkt bleibt.  Es fehlt ein geschlechtersensibler Blick – denn Frauen und Menschen diverser Geschlechtsidentitäten sind anderen Diskriminierungsformen und Gewalterfahrungen ausgesetzt als Männer. 

Der gesamtgesellschaftlich etablierte Sexismus richtet sich in der (Kommunal-)Politik in konzentrierter Form gegen Amts- und Mandatsträgerinnen, die politisch aktive Männer in vergleichbarer Form nicht erfahren. Dabei wird sexualisierte Gewalt immer noch gern in den Halbschatten des Privaten verdrängt. Es handelt sich jedoch nicht um eine Privatsache, sondern um ein strukturelles Problem und als solches muss es auch verstanden werden. Es braucht mehr als “eine kurze Printpublikation” mit dem Titel “Dumme Sprüche – Kluge Frauen” oder Seminare und Veranstaltungen für Frauen, damit diese lernen, angemessen auf Anfeindungen zu reagieren.   

Es braucht strukturelle Analysen und Antworten! 

Es braucht Anti-Sexismus-Trainings für Verwaltungsangestellte auf allen Ebenen sowie für Amts- und Mandatsträger. Es braucht ein Bewusstsein für das Thema in den kommunalen Spitzenverbänden und den Parteien, die Mandatsträger:innen ausbilden und in die kommunalen Gremien und Verwaltungen entsenden. Es braucht Selbstverpflichtungen bzw. Leitlinien der Parteien und Wählervereinigungen im Umgang mit Sexismus sowie gezielte Täterarbeit. Und vor allem braucht es Solidarität sowie mutige Frauen und Männer, die sexualisierte Gewalt klar benennen und entschieden verurteilen.  

Nicht die Frauen müssen sich ändern. Es sind die äußeren Rahmenbedingungen, Strukturen und politischen Kulturen, welche es allen Menschen ermöglichen müssen, ohne Gewalterfahrungen kooperativ, wertschätzend und solidarisch miteinander Politik zu machen.  

Von einer diskriminierungs- und sexismussensiblen Kultur im politischen Alltagsgeschäft profitieren alle politisch aktiven Menschen! 

von Christiane Bonk und Anna Emmendörffer 

Browser kann kein SVG anzeigen. 11 Apr

Wer sind die hauptamtlichen Kommunalpolitikerinnen und wenn ja, wie viele?

Der Anteil von Frauen an der Spitze von kommunalen Verwaltungen ist noch geringer als der Frauenanteil in den Parlamenten. Dabei liegt Brandenburg mit 19% an Bürgermeisterinnen sogar noch deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 9%.
Laut der Studie „Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“ (BMFSFJ, 2014) zeichnen sich hauptamtliche Kommunalpolitikerinnen durch eine hohe Qualifizierung, regionale Verwurzelung und ein großes Maß an politischem Engagement vor der Amtsübernahme aus. Interessant dabei ist die Erkenntnis, dass die wenigsten Frauen diesen Karriereschritt bewusst planen. Vielmehr steigt die Chance, von der eigenen Partei ins Rennen geschickt zu werden, wenn der Wahlgewinn unwahrscheinlich erscheint. Bekleiden Frauen schließlich ein Amt als Bürgermeisterin oder Landrätin, verstehen sie sich unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit als Vertreterin „für alle“ und stellen die sachorientierte Politik zur Lösung von Problemen in den Vordergrund.
Nun sind Frauen nicht automatisch die besseren Bürgermeisterinnen. Strukturelle Hindernisse erschweren es ihnen aber weiterhin, überhaupt erst die Chance zu bekommen, sich im Amt zu beweisen:

  • exklusive parteiinterne Männernetzwerke
  • überparteiliche (Kneipen-)Kontakte
  • fehlende Unterstützung der Partner:innen
  • überholte gesellschaftliche Rollenbilder und
  • ein sexistisch geprägter Umgang in den kommunalen Gremien,

in denen zukünftige Bürgermeisterinnen im besten Falle Erfahrungen sammeln könnten stehen Frauen auf dem Weg in die Verwaltungsspitzen weiterhin entgegen.
Auch hier können Netzwerke, Quotenregeln und gesellschaftlicher Druck dazu beitragen, eine frauenfreundliche, empowernde und unterstützende Politikkultur zu schaffen.
„Bildet Banden“ kann auch hier positive Veränderung bewirken. Kürzlich trafen sich rund 100 Bürgermeisterinnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland und widmeten sich dem Thema der Förderung und Schaffung besserer Rahmenbedingungen für Frauen in der ehren- und hauptamtlichen Kommunalpolitik. Weitere Impulse hier im Überblick:

„Frauen sind eine seltene Spezies an den Rathausspitzen“, RHEIN-NECKAR-ZEITUNG von Sören S. Sgries, 23.03.2022

„Bürgermeisterinnen im Nachteil: Aufholbedarf in der Kommunalpolitik“, KURIER von Diana Dauer, 31.03.2022

„Empowerment, Motivierung und Information sind Schlüssel für Erfolg von Frauen in der Kommunalpolitik“, ÖSTERREICHISCHER GEMEINDEBUND, 31.03.2022

„Viele Bürgermeisterinnen werden zur Kandidatur ‚überredet‘“, SALZBURGER NACHRICHTEN von Nike Kacianka, 31.03.2022

„Bürgermeisterinnen sind Mutmacherinnen für Frauen“, ÖSTERREICHISCHER GEMEINDEBUND, 02.04.2022

„Es ist Zeit für mehr Frauen“, NOEN von Walter Fahrnberger, 05.04.2022

„Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“, BUNDESMINISTERIUM FÜR FAMILIE, SENIOREN, FRAUEN UND JUGEND, 2014

von Anna Emmendörffer

Browser kann kein SVG anzeigen. 6 Apr

Viel Wut im Bauch: Kommunalpolitikerinnen in Brandenburg

„Wir haben kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem“, stellt Verena Letsch, Referentin des Frauenpolitischen Rats, in Bezug auf die Repräsentation von Frauen und Männern in der Brandenburger Kommunalpolitik fest. Wie kann es sein, dass Frauen seltener kommunale Führungsfunktionen einnehmen und eher in den Bereichen Soziales, Bildung, Umwelt und Stadtentwicklung statt in den Wirtschafts- und Finanzausschüssen anzutreffen sind?

Am 05. April stellen die Autorinnen Christiane Bonk und Sophie Obinger ihre Studie „Frauen. Macht. Brandenburg.“ vor, die in Kooperation mit dem Brandenburger Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung entstand.

Es diskutierten (v.l.n.r.) Christiane Bonk (Co-Autorin), Maria Kampermann (Gemeindevertretung Schöneiche), Prof. Dr. Ulrike Liedtke (Landtagspräsidentin), Manuela Dörnenburg (Landesgleichstellungsbeauftragte) und Verena Letsch (Referentin Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V.)

In der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass viele Frauen durch ein tiefes Ungerechtigkeitsempfinden, gekoppelt mit dem Wunsch nach Veränderung, in die Kommunalpolitik gehen. Als gemeinsame Erfahrung stellte sich ebenfalls ein allgegenwärtiger, aber größtenteils verkannter Sexismus dar.

Dabei spielen überkommene Rollenvorstellungen, die Frauen als weniger leistungsstark und fachlich inkompetenter einordnen ebenso eine Rolle wie eine unterschätzte Selbstwahrnehmung. Hinzu kommt, dass die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit, späte und lange Sitzungszeiten sowie einflussreiche Männernetzwerke der Ausübung eines kommunalen Mandats hindernd im Weg stehen. Schaffen es Frauen dennoch, begegnet ihnen vielerorts eine raue, männlich geprägte Diskussionskultur. Unterbrechungen, Frauenwitze, infantilisierende Kommentare, verbale Gewalt, physische Übergriffe sowie digitale Drohungen sind Ausprägungen des gravierenden Sexismus, von dem laut der Studie „Parteikulturen und die politische Teilhabe von Frauen“ (Lukoschat & Köcher, 2021) 60% der unter 45-jährigen und 40% aller Politikerinnen schon einmal betroffen waren.

Einigkeit herrscht darüber, dass sich etwas ändern muss. Und zwar nicht die Frauen, sondern die Politik. Der stärkste Hebel dafür sind immer noch feste Quoten. Selbst in der CDU sprechen sich inzwischen viele Frauen und Männer für die Einführung einer Quote aus. Frauenquoten alleine, sei es für Parteigremien oder Wahllisten, werden allerdings nicht die neuen, nachhaltigen Strukturen schaffen, die auch viel mit dem Umgang im kommunalen Raum zu tun haben. Die „Kommunalstudie Brandenburg“ (Ministerium des Innern und für Kommunales, 2022) zeigt auf, dass Bedrohungen von Kommunalpolitiker:innen häufig aus dem kommunalen Umfeld selber kommen und erneut Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Es braucht also ein Umkrempeln der kommunalpolitischen Kultur, strukturelle Lösungen wie feste Quoten und Ombudsstellen – und die Mitwirkung aller. Nicht nur von Frauen, sondern auch der Männer, die sich solidarisch hinter von Sexismus und von anderen Diskriminierungsformen betroffene Menschen und aktiv gegen patriarchale Verhaltensweisen stellen.

von Anna Emmendörffer

Browser kann kein SVG anzeigen. 4 Apr

Kommt die Frauenquote in der CDU?

Der CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat angekündigt, eine Frauenquote in seiner Partei einführen zu wollen. Die Meinungen dazu gehen parteiintern auseinander. Vor allem männliche Politiker, unter anderem Parteivorsitzender Friedrich Merz als einer ihrer prominenten Vertreter, sprechen sich gegen die feste Quote aus. Die Frauen-Union stellt sich hinter die Forderung. Julia Klöckner, ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin, gibt zu: „Ich war lange skeptisch, was Quoten anbelangt, aber ich gestehe ganz klar ein: Von selbst wird sich das nicht ergeben.“

„Debatte um verbindliche Frauenquote in der CDU nimmt Fahrt auf“, Finanzen.net, 03.04.2022

„Ein neues Symbolbild“, SZ von Robert Roßmann, 04.04.2022

„Rufe nach Frauenquote in CDU werden lauter“, HASEPOST, 03.04.2022

„Merz und das hausgemachte Frauenproblem“, TAGESSCHAU von Sabine Henkel, 30.03.2022

„Frauen Union dringt auf feste Quote für Parteiämter“, ZEIT ONLINE, 29.03.2022

„Keine Frau in Sicht: Männer-Dominanz in der CDU steigt“, RND von Daniela Vates, 29.03.2022

„Christina Stumpp: ‚Die CDU muss jünger, weiblicher und moderner werden’“, KREISZEITUNG von Leonie Zimmermann, 12.03.2022

„Ex-CSU-Politikerin Wöhrl ist „kein Fan“ von Frauenquoten“, AUGSBURGER ALLGEMEINE, 20.03.2022

„Sachsen-Anhalts CDU kämpft mit der Frauenquote“, MDR AKTUELL, 19.02.2022

„Ulrike Scharf: ‚Kabinettsumbildung ist kein Wunschkonzert‘“, AUGSBURGER ALLGEMEINE von Uli Bachmeier, 12.03.2022

„Dagmar Wöhrl: ‚Zum Glück gibt es in der CSU junge unerschrockene Frauen‘“, AUGSBURGER ALLGEMEINE von Stefan Stahl, 13.02.2022

„CDU-Bundesvize dringt auf 50-Prozent-Frauenquote in Gremien“, ZEIT ONLINE, 27.01.2022

Browser kann kein SVG anzeigen. 22 Mrz

Frauenministerin Nonnemacher: „Machen Sie mit als Mentee, um Ihre politischen Ziele voranzubringen, bzw. geben Sie als Mentor:in Ihre Erfahrungen, Leidenschaft und Expertise weiter.“

Auch Brandenburgs Frauenministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) ruft Frauen auf, sich politisch einzubringen und den Schritt in die Politik zu wagen. Eine bewährte Hilfestellung dafür sind Mentoring-Programme. Das parteiübergreifende Frauenmentoring-Programm von Frauen aufs Podium geht diesen April in die zweite Runde. Gesucht werden noch motivierte Mentorinnen und interessierte Mentees.
Das Programm stellt Frauen auf ihrem Weg in die Politik erfahrene Mentor:innen zur Seite und ist eingebettet in ein vielfältiges Weiterbildungsangebot mit Stimm- und Auftrittstrainings sowie Mentoring-Termine.

Den Bedarf von Frauennetzwerken, Mentoring-Angeboten und Frauen-Empowerment für die (Kommunal-)Politik zeigte erst die kürzlich veröffentlichte Studie „Frauen Macht Brandenburg“ der Friedrich-Ebert-Stiftung auf, die in Kooperation mit dem FPR entstand. Sie kann hier herunter geladen werden.
Zur Anmeldung für die offizielle Vorstellung und anschließenden Diskussion mit den Autorinnen am 05.04, 10.30-13.30 Uhr im Filmmuseum in Potsdam geht es hier entlang.

Bewerbungsschluss für das Mentoring-Programm von Frauen aufs Podium ist der 03.04.2022.
Der Anmeldebogen ist online abrufbar und geht am besten vollständig ausgefüllt direkt zurück an: ldb@frauenaufspodium.org

von Anna Emmendörffer

Browser kann kein SVG anzeigen. 18 Mrz

„Politik als Boys Club, das brauchen auch wir Männer nicht“

Kommt jetzt Rückenwind von der Bundesebene für die Parität? 

Der am 16.03.2022 vom Bundestag angenommene Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur Einsetzung einer Kommission zur Überarbeitung des Wahlrechts und der Parlamentsarbeit gibt Hoffnung.

Daniel Baldy, SPD, setzte in der ersten Rede zu dem Antrag den Fokus auf die Wichtigkeit einer gleichen Repräsentanz von Frauen und Männern in allen deutschen Parlamenten. Im Bundestag (34,7% Frauenanteil), in den Landesparlamenten (durchschnittlich 30% Frauenanteil) und den kommunalen Vertretungen (durchschnittlich 15% Frauenanteil) sind Frauen unterrepräsentiert. Herr Baldy hat Recht wenn er sagt, dass es struktureller Lösungen bedarf.

 „Es geht bei der Parität nicht um die Hälfte des Kuchens. Es geht um die Hälfte der Bäckerei, der Metzgerei, die Hälfte des Baumarkts. 103 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts ist es Zeit, auch die Macht endlich gerecht zu teilen.“

Till Steffen, Bündnis 90/Die Grünen, ging darauf ein, dass die Landesgerichte von Brandenburg und Thüringen die Paritätsgesetze der Länder erst kürzlich gekippt haben:

„Zugegeben, sind die letzten Gerichtsentscheidungen nicht gerade Mut machend und meines Erachtens von manchen eher überkommenen Dogmen getragen … Ich bin überzeugt, dass dieses Thema nicht nur ein Frauenthema ist. Deswegen, liebe Mit-Männer, wir profitieren alle davon, wenn Frauen und Männer gemeinsam um Lösungen ringen. Politik als Boys Club, das brauchen auch wir Männer nicht.“

Konstantin Kuhle, FDP, teilte zwar das Anliegen, aber: 

„In der Tat ist der Frauenanteil hier im Deutschen Bundestag zu gering. Und es schlichtweg professionell, dass heute politische Parteien eine gemeinsame Verantwortung dafür haben müssen, gerade die Männer, dass mehr Frauen im Parlament vertreten sind. Das ist so. Wir als Freie Demokraten haben aber zu der Frage einer verpflichtenden Parität eine andere Haltung als es hier von unseren Koalitionspartnern vorgetragen worden ist.“

Dennoch sieht der Antrag vor, dass neben der Erarbeitung von Vorschlägen für eine Verkleinerung des Parlaments und der Absenkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahren „verfassungskonforme Vorschläge“ für eine paritätische Repräsentation erarbeitet werden sollen. In der Konkretisierung des Auftrags der Kommission heißt es:

Der Zeitplan ist ambitioniert. Nach der Vorlage eines Zwischenberichts im August sollen die Ergebnisse der Kommission spätestens im Juni 2023 vorliegen. Die Vorsitzenden der Kommission sind ebenfalls paritätisch zu besetzen. Ob der nächste Bundestag damit 50-50 erreichen wird, bleibt abzuwarten. Ebenfalls ist offen, wie sich die Vorschläge auf die Landesgesetzgebungen auswirken werden.

Ein längst überfälliger und dafür umso wichtigerer Schritt Richtung Parität scheint mit diesem Antrag allerdings endlich gemacht.

Die Debatte zum Antrag „Einsetzung einer Kommission zur Reform des Wahlrechts und zur Modernisierung der Parlamentsarbeit“ im Archiv: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw11-de-wahlrechtsreform-884308

Die Reihenfolge der Reden zum Antrag:

Daniel Baldy, SPD, 01:15

Ansgar Heveling, CDU/CSU, 06:45

Dr. Till Steffen, GRÜNE, 12:30

19:23 Stephan Brandner, AfD

Konstantin Kuhle, FDP, 24:05

Amira Mohamed Ali, DIE LINKE 30:28

Sebastian Hartmann, SPD, 47:00

Michael Frieser, CDU/CSU, 40:56

Der angenommen Antrag der Regierungsfraktionen ist hier nachzulesen: https://dserver.bundestag.de/btd/20/010/2001023.pdf

Die Süddeutsche Zeitung berichtete: „Bundestagsreform 3.0“, von Robert Roßmann, 14.03.2022

von Anna Emmendörffer

Browser kann kein SVG anzeigen. 16 Mrz

Kommunalpolitik bundesweit – überall tut sich etwas!

Der Frauenanteil auf der kommunalen Ebene liegt in Deutschland im Durschnitt bei 27,7%. Das entspricht nicht einmal einmal einem Anteil von einem Drittel. Deshalb gibt es bundesweit Aktionsprogramme, Fraueninitiativen und Unterstützung für mehr Frauen in kommunalen Ämtern und Mandaten.

„Mehr Frauen in die Politik“, WDR von Helga Hermanns, verfügbar bis 02.02.2023

„Mehr Frauen in die Kommunalpolitik!“, ALTERNATIVE KOMMUNALPOLITIK von Anne Spiegel, 02/2022

„Aktionsprogramm Kommune – Frauen in die Politik ist gestartet“, EMS VECHTE WELLE von Jenny Reisloh, 11.02.2022

„Der Landkreis Waldshut will mehr Frauen für die Politik begeistern“, SÜDKURIER von Susann Duygu-D’Souza, 14.02.2022

„Für mehr Frauen in der Kommunalpolitik“, LZ RHEINLAND, 16.02.2022

„Frauen in der (Kommunal-)Politik: Bückeburger SPD-Fraktionsvorsitzende macht Mut“, SHG-AKTUELL von Nadine Hartmann, 11.03.2022

„Der steinige Weg ins Amt der Bürgermeisterin“, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR von Claudia Hennen, 08.03.2022

„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, gerade in den Kommunen“, DEUTSCHER STÄDTETAG, 07.03.2022

„Warum es zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik gibt“, VORWÄRTS von Carl-Friedrich Höck, 08.03.2022

„Veranstaltungsreihe: Mehr Vielfalt in die Kommunalpolitik“, HL-LIVE, 17.02.2022

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Parität am Frauentag 2022: Porträts erfolgreicher Kommunalpolitikerinnen im Landtag

Was verbindet Kommunalpolitikerinnen in Brandenburg? Wie füllen sie ihr Ehrenamt aus? Wie schaffen sie es, Beruf, Familie und die Ausübung des Mandats zu vereinen?

Anlässlich des internationalen Frauentags lud die Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Ulrike Liedtke zu einer Gesprächsrunde über die Erfahrungen der „Alltagsheldinnen und Lokalexpertinnen“ ein.

Die Kommunalpolitikerinnen aus unterschiedlichen Städten und Gemeinden teilten Erfolge wie Niederlagen, Herausforderungen und die schönen Seiten von Kommunalpolitik:

„Ich bin Pragmatikerin. Irgendwer muss es doch machen.“

„Ich bin über meine Kinder in die Kommunalpolitik gekommen.“

„Es tut gut zu sehen, dass man relativ schnell Dinge mit gestalten und für die Menschen vor Ort verbessern kann.“

Deutlich wurde, dass die Ausübung eines kommunalen Mandats oder politischen Amtes in einer Partei durchaus herausfordernde Seiten hat. Ein rauer Umgangston, fehlende Wertschätzung, der große zeitliche Umfang der Tätigkeit sowie eine schwere Erreichbarkeit der Sitzungsorte durch fehlende Mobilitätsanbindungen halten besonders Frauen von dem Schritt in die Kommunalpolitik ab.

Die Erfahrungsberichte bestätigen die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Studie „FRAUEN MACHT BRANDENBURG“ der Autorinnen Sophie Obinger und Christiane Bonk im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Brandenburg. Darin wird erstmalig quantitativ die Situation der Geschlechterverteilung in Brandenburger Kreistagen und Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte erhoben. Auf der Grundlage von qualitativen Interviews wird zudem betrachtet, welchen Hürden kommunalpolitisch aktive Frauen ausgesetzt sind. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen reichen von einer Verfassungsänderung zur Vorbereitung eines neuen Paritätsgesetztes über eine Verbesserung der Sitzungskultur bis hin zu Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt wie beispielsweise Freistellungsansprüchen und Möglichkeiten zur Abrechnung von Kinderbetreuungskosten.

Die offizielle Vorstellung der Studie „FRAUEN MACHT BRANDENBURG“ findet am 05.04.2022, 10.30-12.30 Uhr im Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1A in Potsdam statt. Eine Anmeldung ist bis Donnerstag, den 31.03.2022 möglich:

E-Mail: anmeldung.potsdam@fes.de oder per Online-Anmeldung: https://www.fes.de/veranstaltung/veranstaltung/detail/258566

Alle Diskussionsteilnehmerinnen am Ende der gelungenen Veranstaltung
Sigrid Schumacher als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Zernitz-Lohm, Katrin Krumrey als Ortsvortseherin in Bergholz-Rehbrücke, Sabine Dahl als Moderatorin und Jovita Galster-Döring als Vorsitzende der Gemeindevertretung Nuthe-Urstromtal in der ersten Gesprächsrunde
In der zweiten Gespärchsrunde diskutierten Dr. Stefanie Gebauer als Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Kremmen, Petra Quittel als Vorsitzende der Gemeindevertretung Schipkau sowie Karin Kühl als 2. Stellv. Vorsitzende der SVV Cottbus
Frauenministerin Ursula Nonnemacher sowie Mitglieder des Landtags und Gäst:innen verfolgten die Diskussionsrunden im Plenarsaal und über den Stream

Prof. Dr. Ulrike Liedtke und Anna Emmendörffer fassten die Handlungsbedarfe aus Sicht der Landespolitik und des Frauenpolitischen Rats Brandenburg zusammen.

Fotos: Simone Ahrend, sah-photo 

von Anna Emmendörffer

Browser kann kein SVG anzeigen. 8 Mrz

Parität in Europa – die Kämpfe unserer europäischen Nachbarinnen

Was passiert aktuell zum Thema Parität in unseren Nachbarländern? In Österreich wird selbstkritisch Bilanz gezogen. Von Spanien könnte die deutsche Gleichstellungspolitik einiges lernen. In der Schweiz erkämpfen Frauen mehr Frauenposten in der Verwaltung.

„Nur 10% Bürgermeisterinnen in Österreich: Das hat fatale Folgen für die Gleichstellungspolitik“, KONTRAST von Kathrin Glösel, 07.03.2022

„Gleichstellung: Ländliche Gegenden hinken hinterher“, DER STANDARD von Beate Hausbichler, 05.03.2022

„Weltfrauentag in Mondsee: Frauen in der Gemeindepolitik“, TIPS von Martina Ebner, 07.03.2022

„Was Deutschland von Spanien lernen kann“, HR info von Franka Welz, 08.03.2022

„Neckertaler Behördenvertreterinnen motivieren Frauen, für ein Amt zu kandidieren – sie scheinen erfolgreich zu sein“, TAGBLATT von Zita Meienhofer, 11.03.2022

„Tessiner Grosse Rat lehnt Frauenquote in Verwaltung knapp ab“, NAU.CH, 15.03.2022

„Mehr Frauen in der Bündner Politik erwünscht“, ENGADIN ONLINE von Reto Stifel, 23.02.2022

Browser kann kein SVG anzeigen. 25 Feb

Frauen in der Politik: Vorbilder zwischen Sexismus und Erfolgen

Von parlamentarischer Parität (mit der Ausnahme einiger Parlamente in afrikanischen Ländern) sind wir noch weit entfernt. Frauen als Abgeordnete allein garantieren auch nicht automatisch eine diskriminierungsfreie Politik, wie jüngste menschenfeindliche Äußerungen im Bundestag zeigen. Die Berichterstattung über die Erfahrung von Frauen in der Politik fällt sehr vielfältig aus, wie ein Blick in die aktuelle Presselandschaft zeigt.

„Das Parlament ist ein wunderbarer Ort“, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR von Annette Riedel, 01.02.2022

Spiegel+: „Awet Tesfaiesus will Deutschland den Hass austreiben“, SPIEGEL von Marc Röhlig, 18.02.2022

„Sexismus im Bundestag: Parlamentarierinnen berichten“, ZEIT ONLINE, 10.02.2022

„Einsturz der Krawattenmauer“, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR, Tonia Mastrobuoni im Gespräch mit Jana Münkel, 16.02.2022

„Filmischer Essay über die Kanzlerin“, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR, Matthias Dell im Gespräch mit Eckhard Roelcke, 21.02.2022

„Blick von außen: Von Kohls „Mädchen“ zur Chefin Europas – war Angela Merkel für Frauen wichtig?“, FRANKFURTER RUNDSCHAU/FOREIGN POLICY von Jill Petzinger, 18.02.2022