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#MehrMädels – Warum ein Hashtag nicht reicht!

Die Junge Union (Jugendorganisation der Parteien CDU und CSU) hat auf ihrem Parteitag festgestellt, dass sie mehr Frauen gewinnen muss. Und zwar nicht nur als Mitglieder sondern auch als Aktive. Diese Erkenntnis hat sie mit dem Hashtag #MehrMädels mit der (Twitter-) Welt geteilt.


Wirft man einen Blick auf die Tagesordnung des Parteitags (https://www.deutschlandtag.de/#programm), muss man jedoch erstaunt feststellen, dass für die dreitägige Veranstaltung genau EINE REDNERIN und 12 REDNER eingeladen wurden. Mit wenig Mühe hätte MANN auch bei CDU und CSU noch einige prominente REDNERINNEN finden können.

Nun könnte man sich allein über die Erkenntnis freuen. Doch durch die Bezeichnung „Mädels“ führt die JU ihr Anliegen ad absurdum. Die Bezeichnung Mädels setzt Frauen durch Verniedlichung herab und spricht ihnen eine Beteiligung auf Augenhöhe ab.

Inhaltlich stellt sich außerdem die Frage, warum man der Parteivorsitzenden (die einzige REDNERIN) dann auch noch das bisher selbstverständliche Recht auf die Kanzlerkandidatur abspricht und für eine Urwahl des KanzlerkandidatEN stimmt. Und obwohl das eine parteiinterne Angelegenheit ist, wirkt Beides zusammen nicht so als hätte man echtes Interesse daran, mehr Frauen als Aktive zu gewinnen.

Liebe Junge Union, es braucht wirklichen Willen und konkrete Maßnahmen wie Quoten, Frauenmentoringprogramme u.ä. um mehr Frauen als Aktive zu gewinnen. Das zeigt sich in anderen Parteien, die diese Maßnahmen erfolgreich anwenden, sehr deutlich. Vor allem aber, braucht es echte Überzeugung und einen respektvollen Umgang auf Augenhöhe mit der weiblichen Hälfte der Bevölkerung.

Die Autorin des Beitrags ist frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg. Der Partei, die u.a. mit einem Frauenmentoringprogramm viele Frauen für aktives politisches Engagement begeistern konnte.

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