In Baden-Württemberg gibt es auf Landesebene keine Listenwahl, sondern  personalisierte Verhältniswahl. 70 von 120 Sitze gehen an Direktkandidat*innen; der Rest nach Verhältnis an unterlegene Kandidat*innen.  Ein Paritätsgesetz mit der Brandenburgischen Regelung wäre also nicht möglich; es müssten die Direktkandidaturen angegangen werden. 

Im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Regierung steht eine Reform des Wahlrechts hin zu einer Listenwahl; bei bisherigen Vorschlägen hat die CDU hat bisher immer ein Veto eingelegt. 

Auf kommunaler Ebene gibt es eine Soll-Regelung:

„Männer und Frauen sollen gleichermaßen bei der Aufstellung eines Wahlvorschlags berücksichtigt werden. Dies kann insbesondere in der Weise erfolgen, dass bei der Reihenfolge der Bewerberinnen und Bewerber in den Wahlvorschlägen Männer und Frauenabwechselnd berücksichtigt werden. Die Beachtung der Sätze 1 und 2 ist nicht Voraussetzung für die Zulassung eines Wahlvorschlags.“ 

Kommunalwahlgesetz Baden-Württemberg

Die Grünen fordern, diese Soll-Regelung in eine Verbindliche Quotierung zu ändern und auch auf Landesebene auszuweiten. Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg forderte 2018 ein Bürger*innenforum zur Erarbeitung einer Reform, ist damit jedoch (vorerst) nicht durchgekommen; einzig die Landtagspräsidentin und die Fraktion der FPD/DVP signalisierten Zustimmung.